Wissenschaftliche Spitzenleistungen in den Bereichen Energiesysteme, autonome Arbeitsfahrzeuge und Unterwasserrobotik. Fokus auf angewandte Forschung ermöglicht seit drei Jahrzehnten erfolgreichen Transfer in die Wirtschaft

30 Jahre Innovation und Wachstum: Fraunhofer IOSB-AST begeht unter dem Leitgedanken Tradition trifft Transformation Festveranstaltung zum Institutsjubiläum

Ilmenau, 01. April 2025: Mit rund 60 hochkarätigen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft blickte das Fraunhofer IOSB-AST am 01. April 2025 auf 30 erfolgreiche Jahre exzellenter Forschung in Ilmenau zurück. Heute ist die Einrichtung mit über 130 Mitarbeitenden ein fester Bestandteil außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Deutschland.

© Martin Feige, Fraunhofer IOSB-AST
Podiumsdiskussion »Transformation und ihre Auswirkungen auf Wissenschaft und Wirtschaft« mit Moderator Oliver Warweg, Prof. Dr. Gundolf Baier, Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler, Prof. Dr. Peter Bretschneider, Dr. Peter Hauschild und Carsten Bothmann (v.l.n.r.)

Begrüßt wurden die Gäste vom Institutsleiter des Fraunhofer IOSB, Prof. Jürgen Beyerer, sowie vom Forschungskoordinator der Fraunhofer-Gesellschaft, Dr. Richard Johannes Luyken. Beide würdigten die Erfolgsgeschichte des Institutsteils, der von drei Mitarbeitenden 1995 auf inzwischen rund 130 Beschäftigte kontinuierlich gewachsen ist. Anschließend blickten der Gründungsvater des Fraunhofer IOSB-AST, Prof. em. Jürgen Wernstedt, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Thüringer Glasring AG, Karl-Heinz Schmidt, sowie die beiden Direktoren des Fraunhofer IOSB-AST, Prof. Thomas Rauschenbach und Prof. Peter Bretschneider, auf die wechselvolle Geschichte des Ilmenauer Gewerbegebietes „Am Vogelherd“ zurück. Den Blick nach vorn richtete der Impulsvortrag „Man muss mit allem rechnen. Auch mit dem Guten.“ von Dr. Kersten Roselt, Vorstand der EnergieWerkStadt® eG, der die praktischen Herausforderungen im Zuge der energetischen Transformation adressierte. Die Jubiläumsbotschaften von Dr. Bernd Uwe Althaus, Staatssekretär des Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Dr. Daniel Schultheiß, Oberbürgermeister der Stadt Ilmenau, unterstrichen die zentrale Bedeutung des Fraunhofer IOSB-AST für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Ein echtes Highlight war die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema Transformation und ihre Auswirkungen auf Wissenschaft und Wirtschaft, mit dem Präsidenten der Technischen Universität Ilmenau, Prof. Kai-Uwe Sattler und der Hochschule Schmalkalden, Prof. Gundolf Baier, Prof. Peter Bretschneider, Direktor des Fraunhofer IOSB-AST, Carsten Bothmann, Geschäftsführer der BINZ Automotive GmbH sowie Dr. Peter Hauschild, Leiter des Ilmenauer Leistungszentrums InSignA. Abgerundet wurde die Festveranstaltung durch drei Technologie-Touren, die den Gästen praxisnahe Einblicke in die Forschungsschwerpunkte des Fraunhofer IOSB-AST ermöglichten.

 

In a nutshell: 30 Jahre Fraunhofer IOSB-AST

Gegründet wurde das Fraunhofer IOSB-AST am 01. April 1995 als „Anwendungszentrum Systemtechnik AST“ durch den damaligen Universitätsprofessor Jürgen Wernstedt als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB. Von Anfang an stand der Transfergedanke in die Wirtschaft mit Transferquoten von teilweise über 75 Prozent im Fokus. Ende der 1990er Jahre bot die Liberalisierung der Energiemärkte eine neue Wachstumschance: Mit dem ersten einsatzbereiten Energiedatenmanagementsystem (EDM) in Deutschland wurde die Grundlage für ein nachhaltiges Wachstum in Ilmenau gelegt. Heute wird die Software unter der Bezeichnung EMS-EDM PROPHET® von zahlreichen Netzbetreibern, Stadtwerken und Energieversorgern erfolgreich im operativen Betrieb eingesetzt – vom Bilanzkreismanagement bis hin zur Netzverlustprognose. Für die gewaltige Herausforderung hin zu einer sektorübergreifenden, klimaneutralen Energieversorgung stellt das Fraunhofer IOSB-AST darüber hinaus innovative Lösungen für unternehmensindividuelle Transformationspfade, Datenräume und Energiekonzepte zur Verfügung. Ab Mitte der 2000er Jahre kamen auch internationale Leuchtturmprojekte, unter anderem für das Wassermanagement in Peking oder in der Mongolei hinzu. 2017 konnten mit einem autonomen Unterwasserroboter Überreste eines historischen Militärflugzeugs im Ontariosee/Kanada aufgespürt werden – die Berichterstattung reichte damals bis zur New York Times. Auch bei der Automatisierung von mobilen Arbeitsmaschinen ist die Einrichtung erfolgreich – auf der diesjährigen HANNOVER MESSE können Messebesucher eine 5-Tonnen-Zumaschine über eine Entfernung von 200 Kilometern in Echtzeit steuern. Auch neue Technologietrends werden durch das Fraunhofer IOSB-AST konsequent aufgegriffen, etwas in Form des Lernlabor Cybersicherheit für die Energie- und Wasserversorgung oder dem Innovationshub Smarte UV-Systeme.